algarve bike challenge

Am Donnerstag im Training zeigte sich die Region von seiner schönsten Seite, da blieb auch noch genügend Zeit um die Gegend zu beobachten! 
Die Algarve Bike Challenge ist ein 3- tägiges Event in der Algarve Region im Süden Portugals. Gefahren wird im 2er Team, dabei gilt es das ganze Rennen über beieinander zu bleiben, denn jede Minute Abstand zwischen den beiden Fahrern resultiert in 5min Zeitstrafe. Ein völlig neuer Aspekt für Cross Country Fahrer, da bei solchen Rennen nur für sich gefahren und trainiert wird und hier nicht der schnellste Fahrer sondern das am besten harmonierende Team gewinnt.

Eine der vielen Bachdurchfahrten während dem Training
am Donnerstag mit einigen bekannten Gesichtern der österreichsichen,
deutschen und italienischen Marathon und XCO Szene

Das idyllische Städtchen Tavira war
Ausgangspunkt aller 3 Etappentage


Um uns wieder an die Temperaturen zu gewöhnen und auch die Strecke bzw. das Gelände etwas zu erkunden sind wir bereits am Mittwoch mit dem Flieger von München nach Faro (etwas 300km südlich von Lissabon) gereist um dann die letzten 50km nach Tavira mit dem Auto zu fahren. Am Donnerstag stand eine Streckenbesichtigung in einer großen Gruppe am Program, die Strecke versprach ein hartes Rennen mit 6 Flussdurchfahrten.
Wie es sich für echte Radfahrer gehört, kommt man an einem Kaffeestop nicht vorbei! Die Gruppe kehrt ein und für 14 Espressi sowie ein Bier bezahlen wir gerademal 10€. (auch an den anderen Tagen kam der Kaffeestop nicht wirklich teurer!)


Kommt nicht so oft vor, dass wir mit
Stirnlampen bewaffnet um 21:30 aufs
Bike steigen um Rennen zu fahren!

Start zum Prolog- nicht wirklich relevant fürs Gesamtklassement, aber ein erstes Kräftemessen unter den Teilnehmern.


Philipp "Wetzi" Wetzelberger und ich starteten als Austrian National Team im Trikot der National Mannschaft mit der Startnummer 20a (für mich) und 20b (Wetzi). Freitag Nacht bildete der Prolog durch die engen Gassen von Tavira den Auftakt. Mit Stirnlampen bewaffnet ging es für uns um 21:31 auf den 3km langen Rundkurs. Der Regen während des Nachmittags machte das Kopfsteinpflaster extrem rutschig, was nicht nur schwierig zu fahren sondern auch gefährlich war. Der Veranstalter kürzte die Runde daraufhin.


Wichtig ist ein guter Kaffee am Morgen, der sorgt für die nötige Stimmung vor dem Start! Zum ersten Mal hatte ich das Privileg von Wetzi bedient zu werden-  das hat er zu Hause im Stadtcafe Wetzelberger gelernt! 


Team Rennen- nicht nur während der 3h auf dem Bike- auch
nach der Ziellinie wird die Zeit miteinander verbracht,
 nicht immer ganz glamourös :D

Wir beendeten das Rennen in dieser Nacht auf Rang 19., was uns für den nächsten Tag den Vorteil brachte im Startblock ziemlich weit vorne zu stehen. Normalerweise das in der Marathon Szene keinen großen Umstand, aber für diese Streckenführung war es ein kleiner Vorteil von Anfang an vorne vertreten zu sein! Bis Mitternacht dauerte es schließlich bis der Puls wieder unten war, die Sachen für den kommenden Tag bereitet waren und wir zur Ruhe kamen. Um 06:55Uhr läutete dann nach kurzem Schlaf der Wecker um rechtzeitig vor dem Start um 9:10Uhr das Frühstück zu verdauen.


Das Wetter wechselte schnell und oft, 25 Grad und Sonne wurden schnell zu 15Grad und Regen, fürs  Panorama blieb nur wenig Zeit! 
Die sonst so sonnige Algarve zeigte sich aber von seiner dunklen Seite und heftiger Regen sowie starke Windböen machten einen Start unmöglich. Der Veranstalter verschob den Start auf 11Uhr und die Strecke wurde von 80km auf 70km verkürzt. Um 10Uhr kam dann die Sonne langsam heraus und die Motivation stieg.
Zum Streckenprofil: Die Strecke weist 2000hm bei 70km auf. Für Marathons eher kurze aber knackige Anstiege. Mein Bike: Haibike Greed 29" Hardtail mit Sram Eagle 36 Zähne vorne, 10-50 Zähne auf der Kassette. Verstärkte Reifen, Ersatzschlauch, CO2 Patrone, Multitool, Kettenschloss...


Die neutrale Startphase war noch eher locker...
...kurz darauf allerdings sah das ganzlich anders aus



Vom Start weg wurde schon ein sehr hohes Tempo gefahren und bereits nach wenigen Kilometern bildeten sich Gruppen. Es war schwierig für uns eine passende Gruppe zu finden, da vorne das Tempo zu schnell und hinten zu viel gebummelt  wurde. Auf Grund unserer unterschiedlichen Staturen wechselten wir uns ab, Wetzi gab das Tempo am Berg an und ich übernahm die Abfahrten und flachen Passagen. Es war uns gelungen ohne große technische Probleme die zweite Etappe zu beenden, allerdings hatte Wetzi nicht seinen besten Tag erwischt und musste zum Schluss das hohe Anfangstempo büßen. Wir haben die Ziellinie nach Stage2 auf dem 21. Platz erreicht.




Kommunikation und aufeinander Schauen sind das A und O bei Etappenrennen im 2er Team




Die Strecke war extrem matschig und dreckig. Unsere Bikes mussten mindestens so leiden wie wir. Umso dankbarer waren wir nach der Anstrengung uns nicht um unsere Bikes zu kümmern! Diesen Job übernahm unser Nationalteam Mechaniker Martin Schöpf vom Radl- Stadl. Vielen Dank dafür!!!
Bei den Bachdurchfahrten war teilweise das gesamte Rad im Wasser- ein Härtetest fürs Material und unseren Mechaniker.

Am Sonntag standen wir also mit blitzsauberen Bikes ein letztes Mal am Start um Alles zu geben! In der Anfangsphase versuchten wir uns ganz vorne aufzuhalten- die häufigen Tempowechsel waren hinten um einiges härter als vorne. Zudem ging die Etappe sofort nach dem neutralen Startabschnitt mit einem knackigen Anstieg los und dort wollten wir dabei sein. Stufenartig ging es 400hm hoch und teilweise richtig steil. Wir waren sehr gut positioniert! Bis km 50 waren wir gut dabei, ehe wir in einer Gruppe von 6 Fahrern eine Abzweigung verpassten und 4km in die falsche Richtung fuhren! Bis wir wieder auf der richtigen Fährte waren, ließen wir ca 10min liegen. 20km bis ins Ziel- noch genügend Zeit um wieder an Boden gut zu machen.


Die letzte Etappe, wir reihten uns so weit vorne wie möglich ein um keine Zeit in der Anfangsphase zu verlieren! Nach den ersten 30km und 1000hm war das Profil eher hügelig und flach mit einem großen Trail Anteil, da kann man viel Zeit verlieren, wenn man zu weit hinten ist.


Unterwegs im Nationalteam Trikot
Ich versuchte zu schnell zu viel Zeit aufzuholen, sehr zum Leidwesen meines Partners, der ordentlich über sein Limit gehen musste. Die finalen 15km waren für Philipp kein Spaß mehr. Die Krämpfe in den Beinen machten die kurzen steilen Anstiege und vielen Singletrails zu keinem Vergnügen mehr. 3km vor dem Ziel versuchten unsere Begleiter, die sich 15km im Windschatten versteckt hatten zu attackieren. Keineswegs wollte ich sie gehen lassen. Dann passierte einem vor mir ein Sturz und als ich ausweichen wollte zog es mir mein Vorderrad weg und ich knallte auf den Boden. Mein Lenker verdreht- Wetzi fuhr in der Zwischenzeit weiter, bis ich wieder alles beisammen hatte. Ich versuchte schnell wieder aufzuholen, es waren lediglich 3km bis ins Ziel. Mein Lenker komplett verdreht und ich merkte an meinem Schienbein, dass ich mich verletzt hatte. Volldampf Richtung Ziel- Rang 24 in der letzen Etappe- Rang 21 Im Gesamtklassement!


Gezeichnet von den Strapazen wenige Kilometer vor dem Ziel! 



Ein paar Zahlen zu den einzelnen Etappen:

Stage 1- Prolog:  Distanz: 2,34km                
                            Zeit: 5:19min
                            Höhe+: 40m
                            Avg. Geschw.: 26,3km/h
                            Avg. Puls: 177bpm                            Max.:185bpm
                            Avg. Power: 404W                            Max.: 1189W
                            Normalized Power: 489W

Stage 2- Marathon:
                            Distanz: 69,63km                
                            Zeit: 3:09h
                            Höhe+: 2200hm
                            Avg. Geschw.: 22,0km/h
                            Avg. Puls: 163bpm                            Max.:184bpm
                            Avg. Power: 302W                            Max.: 1172W
                            Normalized Power: 350W


Stage 3- Marathon:
                            Distanz: 79,81km     (inklusive der 8km Bonus :D)          
                            Zeit: 3:35h
                            Höhe+: 2000hm
                            Avg. Geschw.: 22,3km/h
                            Avg. Puls: 162bpm                            Max.:184bpm
                            Avg. Power: 289W                            Max.: 1180W
                            Normalized Power: 340W

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